Herbst ist die Jahreszeit in der sich die Erdachse von der Sonne weg zu neigen beginnt. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger.
Die Herbstgleiche (Herbstäquinoktium , um den 21. September) ist jener Kreuzungspunkt, wo Tag und Nacht gleich lang sind.
Die Herbstgleiche hat ihren Ursprung im lateinischen Wort „aequinoctium“. Aequinoctium besteht aus den Wurzeln „aequo“ („gleich“) und „nox“ („nacht“) , was literal „gleiche Nacht“ bedeutet.
Im Gegensatz zur Frühlings-Tag und Nachtgleiche, in der das Leben erneuert wird, ziehen sich die Dinge im Herbst zurück, verlangsamen und sterben. Anstatt zu sprießen, verwelkt das Leben und kehrt zurück in das Innere unseres Planeten.
Von diesem Zeitpunkt an bis zum Frühlings-Äquinoktium geht die Erde durch eine natürliche Reinigungsperiode, in Vorbereitung für den Frühling.
Dieser Prozess wird in der griechischen Mythologie durch die Geschichte von Persephone (bei den Römern „Proserpina“) dargestellt. Diese Tochter von Zeus („König der Götter“; römisch = Jupiter) und Demeter („Göttin des Weizens“; römisch = Ceres) wurde von Hades (römisch = Pluto), dem Herrn der Unterwelt, entführt.
Angefleht durch Demeter befahl Zeus seinem Bruder Hades die keusche Persephone zurückzubringen.
Als Zeus bemerkte das Persephone während ihrer Gefangenschaft in der Unterwelt einen Granatapfel genossen hatte, verkündete er, sie müsse jedes Jahr in der Unterwelt verweilen für jeden Samen den sie verspeiste. Sie hatte 6 Samen gegessen. Aus diesem Grund zieht sich Demeter, „Göttin des Weizens und der Ernte“, für 6 Monate von der Welt zurück, um sich über den Verlust ihrer Tochter zu beklagen.
Das Dahinscheiden dieser Naturgöttin resultiert im Tod und/oder dem Stillstand des natürlichen Lebens auf diesem Planeten.
Wenn ihre Tochter zu ihr zurückkehrt (zum Frühlingsäquinoktium) dann erfreut sich Demeter, dadurch ergibt sich die Erneuerung des Lebens und die Fülle in der Natur.
Dieses Drama wurde jedes Jahr von den Griechisch-Eleusischen Mysterienschulen, im Monat Boedromion (September) gefeiert. Am Anfang der Zeremonie purifizierten sich alle Teilnehmenden durch rituelle Taufe (durch Baden im Meer) und opferten ein Schwein. Während der Zeremonie fastete der Eingeweihte und unterzog sich einem symbolischen Tod seines alten Ichs. Am Ende der Zeremonie offenbarten die Priesterinnen die Vision der heiligen Nacht, (Halloween = Hallow´s Even, Holy Evening) mit einem Feuer, welches das Leben nach dem Tode symbolisierte. All jene die Kenntnisse über die Mysterien besitzen, können diese Symbole verstehen. Diese Eleusischen Praktiken beinhalteten öffentliche und esoterische (geheime) Bestandteile. Bestimmte Rituale, wie die Prozession von Athen nach Eleusis zur Verkündung der Ernte und der neuen Jahreszeit waren öffentliche Feste. Doch nur die Eingeweihten nahmen an den esoterischen Riten teil und verstanden die versteckte Bedeutung vom externen Ritual. Dieses selbe exoterische/esoterische Fest war in allen Kulturen weltweit bekannt.
Der mexikanische Tag der Toten ( el dia de los muertos) kann bis zu den Azteken, Mayas, Nahuas, und Totonaken zurückverfolgt werden.
Ursprünglich wurde es mit Herbstbeginn gefeiert, die Spanier änderten das Datum ab (Allerheiligen/Allerseelen Tag), um die Eingeborenen zu bekehren. Während der Feier gab es den Brauch, Totenköpfe als Symbole für Tod und Wiedergeburt, zu zeigen. Das Fest selbst wurde von der Herrin des Todes, der Göttin Mictecacihuatl oder Coatlicue, geleitet. Coatlicue (= Schlangenkleid), jungfräuliche Mutter von den Aztekischen Christen Quezalcoatl und Huizilopochtli, wurde in einem Abbild eines menschlichen Caduceus mit zwei Schlangen statt einem Kopf repräsentiert. Dies deutet auf den „Mystischen Tod“ und „Wiedergeburt“ hin. Die exoterische Tradition war ein Fest der Kinder und ein Gedenken an tote Verwandte.
In der Hinduistischen-Durga Puja-Tradition glaubt man, dass die herbstliche Feier eine Konsequenz eines Gebetes von Rama an die Göttin Durga, außerhalb der Jahreszeit (im Herbst anstatt im Frühling), war, um ihren Segen zu suchen vor dem Wagnis, den Rakshasa (dämonischen) Ravana-König zu töten.
In der exoterischen Tradition wird Durga als die allmächtige, dämonentötende Göttin (eine Inkarnation von Shakti), und als eine liebende, sorgende Mutter verehrt. Mit esoterischem Verständnis repräsentiert sie weiters den Aspekt der göttlichen Mutter des Todes (Kraft von Shakti), welche direkt den Prozess des „Mystischen Todes“ (von Egos, internen Dämonen) des Eingeweihten, in Vorbereitung für seine Wiedergeburt, leitet. Dieses Mahalaya Amavasya Fest wurde auch zu Herbstbeginn gefeiert, in Gedenken und Verehrung an die Seelen ihrer Vorfahren.
In Japan wird der Herbst mit „Higan“ assoziiert. Hier wurden sieben Tage lang Opfergaben, wie Essen, Blumen, Weihrauch und Gebete an die Gräber ihrer Vorfahren dar gebracht.
Im Buddhismus ist der Wechsel der Jahreszeiten symbolisch für das Übergehen vom Ufer der Illusion und Ignoranz, zum anderen Ufer der Erleuchtung, dem Ende (Tod) der Ignoranz. Wieder sind beide esoterische und exoterische Aspekte gegenwärtig.
Das jüdische Erntefest „Sukkot“ findet im Herbst statt. Es ist ein Fest der Freude, das an die 40 Jahre erinnert, in denen die Israeliten in der Wüste wanderten und in Laubhütten (Sukkot) lebten. Während der Zeremonie wurde Wasser traditionellerweise aus tiefen Quellen nahe der Tempel geschöpft und über den Altar vergossen. Natürlich ist das ein exoterisches Ritual, welche eine sehr bedeutungsvolle esoterische Lehre symbolisiert. Dies liegt verschlüsselt hinter der Bedeutungen der Zahl 40, dem Schöpfen des Wassers in Tempelnähe und dem Opfern des reinigenden Wassers über dem Altar.
Die alten Ägypter feierten ein Herbstfest, das der Göttin Hathor, der göttlichen Kuh, gewidmet war. Es war ein 40 tägiges Fest, in dem die Union von Hathor und Horus, einem Ägyptischen Christus, gefeiert wurde. Das Kind dieser Vereinigung, Harsomtus, wurde während der 40 tägigen Feier geboren.
Die US-Amerikanische Tradition von Halloween ist ein direkter Nachkomme der keltischen Tradition Großbritanniens. Dieser Tradition nach, markiert der erste November den Anfang eines neuen Jahres und des kommenden Winters. Das „Samhain“ (Sommerende) Fest wurde in der Nacht vor Neujahr gefeiert, angeführt vom Herrn des Todes ( Walisisch = Arawn, Irisch = Donn ). Das Jahr war bei den Kelten traditionellerweise zweigeteilt. Der Sommer begann in Beltane („Feuer von Bel“, Belenus = Keltischer Christus), dem Frühlingsäquinoktium, und dauerte bis Samhain, dem Herbstäquinoktium. Winter war von Samhain und dauerte bis Beltane. Während diesem Fest glaubten die Kelten, dass die Seelen der Toten zurückkehren und sich mit den Lebenden vermischen, es wurden für die Toten Speisen am Fuße der Türen hinterlassen. Um die bösen Geister zu verschrecken trugen die Menschen Masken und zündeten Lagerfeuer an. Es wurden auch große geflochtene Figuren gemacht und verbrannt. Man sagt in der exoterischen Tradition, dass die geflochtenen Figuren Repräsentationen eines vegetativen Geistes waren. Die esoterische Symbolik dieser menschlichen Figur (in Form einer leeren Muschel = Kellipoth) kann dem Eingeweihten, welcher in sich sterben muss (in den Alchemistischen Feuern/in der Esse des Vulkans) um den richtigen Menschen (den Menschensohn) zu gebären (die Seele bilden, „zweite Geburt“), zugeordnet werden.
Es wird gesagt, dass das „Hallow“ von Halloween, vom anglo-sachsischen Wort „halig“ das soviel wie „heilig“ bedeutet, abstammt. In der keltischen Tradition werden die „Hallows“ mit dem sogenannten „Magischen Zubehör“, das sind Schwert, Stab, Kessel (eine veränderte Form des Kelchs) und Stein, in Verbindung gebracht. Wiederum können diese Symbole sofort von jenen, die die Kenntnisse der Mysterien haben, verstanden werden (z.B.: Schwert = Lingam, Feuer, aktives Prinzip; Stab = die erleuchtete Wirbelsäule des Meisters; Kelch=Yoni, die Wasser, das passive/rezeptive Prinzip; Stein = der philosopische Stein, Jesod, das Quecksilber der okkulten Wissenschaft).
Als die Römer England einnahmen, verschönerten sie diese Tradition mit ihrer eigenen, welcher der Göttin Pomona gewidmet war. Ihre Tradition war auch ein Fest der Ernte und Verehrung an den Tod.
Auch bei nur oberflächlichem Studium der herbstlichen Feierlichkeiten verschiedenster Kulturen, kann man die Zusammenhänge (und die universelle Gnosis) erkennen. Die esoterischen Lehren sind gegenwärtig eingewebt im Teppich der externen Praktiken für all jene, die „Ohren haben um zu hören“.
Der Prozess des Todes in der Natur wird zur perfekten Metapher für den Herbst des Eingeweihten, wenn er in seinen „Winter der Unzufriedenheit“ eintritt. Der Samen muss in sich sterben um zu keimen und neues Leben zu schaffen.
„Der Samen kann kein Baum werden,
wenn er nicht aufhört Samen zu sein“.
Quelle: Glorian editions, www.gnosticteachings.org



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